Über seinen ersten Besuch in Eldena schreibt Prof. Dr. F Schulze, der von Jena nach Greifswald berufen worden war, um die neue Landwirtschaftliche Akademie zu gründen und zu leiten: Als ich bei dem unfreundlichsten Wetter in Greifswald anlangte, - seit der letzten Station hatte mich fortwährender Regen begleitet, - erkundigte ich mich sogleich nach dem Orte meiner Bestimmung, denn ich war ungeduldig und gespannt, die Einrichtungen zu der neuen viel versprechenden Anstalt kennen zu lernen. Man wies mir zwei Wege nach Eldena, von denen der eine die Hauptstraße, welche von Greifswald nach Wolgast führt, aber wegen des tiefen Schmutzes, der sie bedeckte, nicht zu passieren war. Ich wählte also den längeren Weg, welcher neben dem Ryckflusse sich hinzieht. Dieser war zwar stellenweise überschwemmt, allein mit dichten Wasserstiefeln versehen, konnte ich ohne große Unbequemlichkeit durchwaten. Nach Verlauf einer Stunden näherte ich mich dem Dorfe Wieck, welches an der linken Seite des Ryckflusses liegt. Von mir zur Rechten sah ich die Klosterruinen sich erheben und schloss daraus, dass ich Eldena bald erreicht hätte. Die neuen Gebäude, die Schulz für die Akademie hielt, entpuppten sich jedoch als die Ziegelei. Auf dem Gelände des Gutes, wo die Akademie angesiedelt werden sollte, erblickte er mehrere dem Einsturz nahe Gebäude. Als er sich nach dem Auditorium erkundigte, zeigte man ihm einen Schafstall, wo man notdürftig das Mobiliar aufstellte. Auch Wohnungen für den Direktor und die Lehrer waren nur schwer zu finden. Professor Friedrich Schulze, als Director der königlich preußischen staats- und landwirthschaftlichen Akademie zu Greifswald und Eldena schrieb schließlich am 22.März 1835: Die staats und landwirthschaftliche Akademie wird den 18.Mai dieses Jahres eröffnet werden. Wer daran Theil nehmen will, hat sich vorher bei dem Director zu melden. Dieses wird über den Studienplan des neuen Instituts eine besondere Schrift drucken lassen, auch gerne außerdem auf Verlangen nähere Auskunft über diese Anstalt geben und die Wohnung betreffend Aufträge besorgen lassen. Hier wird nur noch bemerkt, dass die Gegend um Eldena fruchtbar ist und durch die Nähe des Meeres, den Blick auf den Wiecker Hafen und die Insel Rügen, wie auch durch die vorhandenen Klosterruinen und Laubwälder sehr verschönert wird. Mit 22 Studenten (darunter einige, die Prof. Schulz aus Jena gefolgt waren) begann schließlich der Lehrbetrieb. Die Akademie in Eldena gehörte zu den ersten landwirtschaftlichen Schulen in Deutschland. Gereizt hatten den neu berufenen Direktor vor allem die Möglichkeit, die praktische Anschauung im Gutsbetrieb mit der theoretischen Ausbildung an der Akademie und der Universität zu verbinden. Das akademische Gut Eldena mit seinen 1873 preußischen Morgen Land war eins der 93 Landgüter, die nach der Reformation Eigentum der Universität geworden waren. Es sollte in eine Musterwirtschaft umgestaltet werden. Ein botanischer Garten, eine Baumschule und Versuchsfelder wurden angelegt. Ein Lehrgebäude sowie Wohnungen für die Lehrkräfte mussten gebaut werden. Unter den Studenten befand sich im Jahre 1938 auch Fürst Otto von Bismarck, der als junger Gardejäger zum 2.Pommerschen Jäger-Bataillon versetzt wurde. In einem Brief an seinen Vater vom 29.September schreibt er über seine Eindrücke von Eldena und über seine Studien.
Zum Lehrinhalt der Akademie gehörten u. a. Staatswissenschaft und Finanzwissenschaft, Landwirtschaft (Ackerbau, Viehzucht sowie Gartenbau), landwirtschaftliche Betriebslehre, Forstwirtschaft, technologische Prozesse wie Bierbrauerei, Schnapsbrennerei, Sirup-, Zucker-. Essig- und Käseherstellung, Ziegelbrennerei und das Mühlenwesen, landwirtschaftliche Baukunst, Naturwissenschaften, Mathematik, Landwirtschaftsrecht sowie Geschichte und Statistik. Hinzu kamen fakultativ Sprachen, das Reiten und Fechten sowie weitere Sportarten. Besonders erwähnenswert ist auch die enge Verbindung des theoretischen Unterricht mit der Anschauung auf dem Mustergut. Im Jahre 1839 kehrte Schulze nach Jena zurück, wo er begeistert empfangen wurde. 30 Studenten und mehrere Lehrkräfte gingen mit nach Jena an das wieder eröffnete landwirtschaftliche Institut. Die Ursache für Schulzes Rückkehr nach Jena dürften Meinungsverschiedenheiten mit der Leitung der Greifswalder Universität gewesen sein.
Ab 1839 leitete Prof. Dr. Baumstark mit Erfolg die Eldenaer Akademie. In der Folgezeit entstanden Lehrer und Beamtenhäuser an der Elisenstraße (heute Hainstraße), ein neues Schulhaus (Hainstraße, heute als Forstamt genutzt), das Anatomisch - Physiologische Institut (später Grundschule, nach 2000 abgerissen) sowie weitere Gebäude. Technische Gewerbe waren die Ziegelei, die Brennerei, die Brauerei mit dem Bierkeller und die Molkerei. Leider sind einige der historischen Gebäude verfallen bzw. abgerissen worden. Die alte Brennerei etwa fiel im Jahre 2007 unter dem Presslufthammer. Bis 1852 hatten 684 Schüler die Akademie besucht, darunter 159 Ausländer (Polen, Russen, Schweden, Norweger, Dänen sowie Deutsche aus anderen Ländern). Zu den herausragenden Persönlichkeiten, die in Eldena gewirkt haben, gehören der Universalgelehrte Friedrich von Hagenow, der Architekt Carl August Peter Menzel und der Gärtner Ferdinand Jühlke. Letzterer wurde im Jahre 1866 Nachfolger Lennés als königlich preußischer Gartenbaudirektor.
Im Jahre 1850 beantragte das Königliche Ministerium für landwirtschaftliche Angelegenheiten Preußens die Zuordnung der Akademie zum genannten Ministerium. Ab Sommer 1866 gehörte die Akademie nicht mehr zur Universität. Noch vor dem 1.Weltkrieg wurde ein neues Lehrgebäude in der Hainstraße übergeben (heute von der Berufsschule genutzt). Im Jahre 1933 erhielt die Landwirtschaftsschule in Eldena den Namen "Mackensen“ Schule (nach Generalfeldmarschall Mackensen). Im 2.Weltkrieg wurde der Lehrbetrieb an der Schule eingestellt. Nach Krieg wurde die landwirtschaftliche Schule Eldena aufgelöst (das Land Mecklenburg - Vorpommern war einfach einverleibt worden und der Name verschwunden - konnte sich nicht in Eldena und in Rostock landwirtschaftliche Fakultäten leisten). Noch im Jahre 1950 wurde in Eldena die Ingenieurschule für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik eröffnet.

Erster Direktor war der Diplomlandwirt Erwin Frobenius. Schließlich wurden ab 1953 in Eldena Ingenieure für Meliorationswesen ausgebildet. Ab 1963 erfolgte die Zuordnung der Schule zum Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR, später wieder zur Abteilung Landwirtschaft beim Rat des Bezirkes Rostock. Die Schule erhielt auch die Aufgabe, in der Praxis Tätige weiterzubilden und wurde schließlich landwirtschaftliche Berufsschule. Heute wird das Gebäude der Schule von einer Berufsschule genutzt. Vgl.: Hg, Teucher: 150 Jahre für die Landwirtschaft. Die Geschichte der landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Greifswald“ Eldena, 1992. Herrn Teucher danken wir für die Bereitstellung von Fotos. E.R.